Bio-Energiedorf Wallen bei Meschede

Standort
Das Dorf Wallen mit 509 Einwohnern, verteilt auf 117 Haushalten, gehört zur Kreisstadt Meschede im Hochsauerlandkreis.

Projektbeschreibung
Rund 90 Prozent der Haushalte des Bio-Energiedorfs Wallen (105) versorgen sich mit Wärme aus einer installierten Heizanlage. Als Basis dient die Biogasanlage eines ortsansässigen Landwirts, welche das Blockheizkraftwerk zu etwa 40 Prozent speist. Die restlichen 60 Prozent Einspeisung erfolgen über eine genossenschaftlich organisierte Hackschnitzelanlage. Eine Notversorgung kann mit Hilfe eines eigens dafür installierten Heizölbrenners geregelt werden. Außerdem sind der örtliche Kindergarten, das Feuerwehrhaus, ein Sportheim und eine Mehrzweckhalle an die Versorgung angeschlossen. Die Anlage produziert nach eigenen Angaben der Bürgerenergiegenossenschaft rund 2,5 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Des Weiteren speist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Holzlagers den regenerativ gewonnen Strom in das öffentliche Netz ein.

Die Finanzierung des Projektes erfolgte über den Ansatz des Crowdfundings in Form einer Genossenschaft. Die gesamte Umsetzung und Durchführung war/ist nur möglich aufgrund hohen bürgerschaftlichen Engagements seitens der Bevölkerung. Alle angeschlossenen Haushalte sind zugleich Mitglied und Kunde der gegründeten Energiegenossenschaft. Die Wärmeversorgung der angeschlossenen Haushalte konnte über ein etwa fünf Kilometer langes, neues Nahwärme-Rohrleitungsnetz erreicht werden. Das Leitungsnetz und die Erzeugeranlage sind Eigentum der Bio-Energiedorf Wallen eG. Die Gesamtkosten für das Netz und die Heizanlage werden insgesamt auf 1,8 Millionen Euro beziffert. Alle Gewerke konnten heimischen Unternehmen zugeteilt werden und führten dazu, dass die Wertschöpfung in der Region blieb. Ebenfalls wurden Arbeiten durch ehrenamtliche Helfer durchgeführt.

Energetisches Konzept
Das Blockheizkraftwerk der Genossenschaft wird mit dem regionalen Rohstoff Holz und der Biogasanlage des Landwirtes betrieben. Diese wird mit Biomasse betrieben in Form von Rindermist, Gülle und Mais. Außerdem ist auf dem Dach des Holzlagers eine Photovoltaikanlage installiert.

Eingesetzte Technologie
• Biogasanlage mit 200 kwthermisch aus BHKW,
 850 kW-Biomasseheizkessel,
 1500 kW Ölkessel als Spitzen- und Havariekessel

Zeitverlauf
•   2005 Inbetriebnahme des Biogas BHKW durch den Landwirt
•   Anfang 2010 erste Initialzündung zu dem Projekt
•   Mitte 2012 Anschluss der 105 Mitglieder-Haushalte

Projektbeteiligte
•   Bioenergie Seemer - Biogasanlagenbetreiber
•   iNeG Ingenieur Netzwerk Energie eG, Bad Iburg - Gesamtplanung des Projektes

Ansprechpartner/Kontakt
Bio-Energiedorf Wallen eG
Unterm Hessenberg 3
59872 Meschede-Wallen
Tel.: 02903 / 6412
Fax: 02903 / 851536
E-Mail: info@get-your-addresses-elsewhere.bioenergiedorf-wallen.de

Internetpräsenz
www.bioenergiedorf-wallen.de