Bio-Energiedorf Lieberhausen bei Gummersbach

Standort
Rund 330 Einwohner leben im Gummersbacher Ortsteil Lieberhausen im Oberbergischen Kreis mit direkter Grenze zur Region Südwestfalen.

Projektbeschreibung
Die Energiegenossenschaft Lieberhausen eG (EGL) betreibt im gleichnamigen Ort Lieberhausen ein Holzheizwerk zur allgemeinen Nahwärmeversorgung der Dorfgemeinschaft. 91 der insgesamt 104 Haushalte sind an das zentrale Heizungssystem angeschlossen sowie weitere Grundstücksanschlüsse vorhanden beziehungsweise vorbereitet. Die Anlage wird mit Hilfe von 450 Euro-Jobs in Eigenregie durch die Genossenschaft betrieben. Besonderen Wert legt die EGL darauf, dass es ein „Projekt von Bürgern für Bürger ist“.

Das Nahwärmenetz verteilt die Wärme der Anlage im Ort und die Hausübergabeanschlüsse mit Raumwärme und Brauchwasser. Das Holzhackschnitzel-Heizwerk läuft automatisch mit einer sogenannten Vorschubrostfeuerung. Dies ermöglicht die Verfeuerung von Holz mit einer höheren Restfeuchte. Zur Wirkungsgradverbesserung (etwa 70%) wird das Holz in der eigens dafür errichteten Lagerhalle (Füllvolumen 3.600 Schüttraummeter) vorgetrocknet. Befeuert wird die Anlage durch den regionalen Rohstoff Holz (80% Waldhackschnitzel und 20% sind Restholz von Sägewerken sowie Hackschnitzel aus Landschaftspflegehölzern).

Die Beteiligungshöhe der Genossenschaftsmitglieder beträgt mindestens 1.050 Euro.  Zielsetzung des Projektes ist und war die nachhaltige und ökologische Versorgung des Dorfes mit Energie sowie für alle Mitglieder durch einen langfristig stabilen Wärmepreis.

Außerdem hat die egL die Vermarktung von Hackschnitzeln und Brennholz, den Betrieb eines eigenen Besucherzentrums sowie die Errichtung einer Photovoltaikanlage in Eigenregie übernommen. Das benötigte Grundstück für das Holzheizwerk wurde mittels des Erbbaurechts von der Stadt Gummersbach übertragen. Die Kommune übernahm darüberhinaus eine Ausfallbürgschaft für den notwendigen KfW-Kredit. Die gesamten Investitionen werden mit etwa 2,2 Mio. Euro beziffert und setzen sich wie folgt zusammen: Heizwerk mit Nahmwärmenetz - 1,35 Mio (2001-03), Halle 0,25 Mio (2004), Photovoltaikanlage 0,16 Mio (2010), Siebanlage und Trocknung 0,47 Mio (2013).

Energetisches Konzept
Die Deckung des Wärme- und Strombedarfs des Ortsteils wird zu 100% aus Biomasse und Sonnenenergie gewährleistet.

eingesetzte Technologie:
Holzhackschnitzelheizung mit 970 kW
Photovoltaikanlage mit 50,4 kWp

Zeitverlauf

  • Erste Idee durch den Vorstand des Heimatvereins „Hicksland“
  • Erste Informationsveranstaltung 1997
  • Besichtigung vergleichbarer Anlagen etc.
  • Machbarkeitsstudie
  • Gründung der Energiegenossenschaft Lieberhausen eG 1999
  • Bau des Nahwärmenetzes und Inbetreibnahme der Holzhackschnitzelheizung 2001
  • Bau der Halle 2004
  • Photovoltaikanlage 2010
  • Bau einer Siebanlage und einer Trocknung 2013


Projektbeteiligte

  • Energiegenossenschaft Lieberhausen - EGL


Ansprechpartner/Kontakt
Bernd Rosenbauer
Immertweg 32
51647 Gummersbach - Lieberhausen
Tel.: 02354 / 903168
E-Mail: ankerosenbauer@get-your-addresses-elsewhere.gmx.de

Internetpräsenz
www.lieberhausen.de/unser-dorf/das-holzhackschnitzel-heizwerk/