Standort

Die Stadt Iserlohn ist gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Stadt Südwestfalens und die größte im Märkischen Kreis. Aktuell leben rund 93.000 Einwohner in dem Mittelzentrum, das seinen Beinamen „Waldstadt“ den bewaldeten Flächen verdankt, die rund ein Drittel des Stadtgebietes bedecken. Iserlohn zeichnet sich aus als leistungsstarker Wirtschaftsstandort und ist Sitz der FH Südwestfalen und Heimat der privaten Hochschule BITS (Business and Information Technology School)
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Projektbeschreibung

Bereits 2012 hatte die Stadt Iserlohn ein kommunales Klimakonzept beschlossen mit dem Ziel, Energieverbrauch und CO2-Emmissionen signifikant zu senken und die Anteile regenerativer Energien zu maximieren. Mit den Stadtwerke Iserlohn GmbH als Projektpartner wurde entsprechend den Vorgaben des landesweiten Wettbewerbes „KWK Modellkommune“ ein innovatives Feinkonzept als Stützpfeiler dieser Zielsetzungen erstellt. Die Grundlage bieten ein vorhandenes Müllheizkraftwerk, zwei BHKWs sowie ein ca. 70 km langes Fernwärmenetz, das gegenwärtig über 1.400 Haushalte in der Iserlohner Innenstadt versorgt. Die gesammelten Daten zur Erstellung eines Wärmeatlasses flossen in ein dreisäuliges KWK-Konzept ein.  Konkrete Projekte zu jeder dieser Säulen sind bis zum Jahr 2017 vorgesehen, welche bei einer wie geplant verlaufenden Umsetzung zu einem erhöhten KWK-Stromanteil von über 16% führen sollen.

Konzept
Säule 1: Nahwärme

In Rheinen, einem bisher nicht an eine zentrale Gas- oder Wärmeversorgung angeschlossenen Wohngebiet, soll ein Bürgerbeteiligungsmodell in Form einer Energiegenossenschaft aufgelegt werden. Ziel ist es, den Anwohnern die Teilhabe an einer modernen und zukunftssicheren Wärmeversorgung ihres Wohngebietes mit KWK zu ermöglichen.  
Letmathe, Aucheler Straße: Gymnasium, Hauptschule, die dazugehörige Turnhalle und das Berufskolleg des Märkischen Kreises, Abteilung Land- und Gartenbau sowie das Hallenbad Aquamathe sollen künftig mit einem voraussichtlichen Anschlussgrad von 100 Prozent über eine dezentrale KWK-Anlage versorgt werden.
Alternativ zur in den nächsten Jahren notwendigen Erneuerung von Gasversorgungsleitungen soll auch das Industriegebiet Letmathe-Ostfeld für KWK erschlossen werden. Aktuell erfolgt die Wärmeversorgung zu rund 95 Prozent durch Erdgas, 5 Prozent wird durch sonstige Energieträger sichergestellt.

Säule 2: Fernwärme

Das Fernwärmenetz Iserlohn bezieht den überwiegenden Anteil seiner Wärme vom Müllheizkraftwerk der AMK (Abfallentsorgung des Märkischen Kreises). Mit Hilfe eines Wärmespeichers soll die Nutzung von Wärme und Strom künftig entkoppelt werden.
Diese energiewirtschaftliche Optimierung der KWK zielt darauf ab, KWK-Strom zu erzeugen, wenn er gebraucht wird und demzufolge hochpreisig ist und um Systemdienstleistungen zur Stabilisierung der Stromversorgung bereit zu stellen. 
Im Gebiet Waisenhausstraße/Pastorenweg soll das bestehende Fernwärmenetz um eine Trassenlänge von rd. 300 Metern erweitert werden. Hierdurch würde die Einbindung auch größerer Objekte in die Fernwärme-Versorgung mit sehr geringen CO2-Faktoren realisiert werden können.

Säule 3: Objekt KWK
In Gebäuden mit geringem Wärmebedarf sollen Mikro-KWK-Anlagen auf Basis der Brennstoffzellentechnologie zum Einsatz kommen. Die ausgewählten Gebäude zeichnen sich durch einen relativ gleichmäßig hohen Strombedarf aus. Der Vorteil: Ein großer Teil der Stromerzeugung kann in den Immobilien selbst verbraucht werden.

Weitere Projektbausteine
Um die Möglichkeiten der Kraft-Wärme-Kopplung optimal auszuschöpfen, wurde im Rahmen der Feinkonzepterstellung für das gesamte Stadtgebiet ein Wärmeatlas erstellt. Anhand der darin enthaltenen Wärmebedarfskarten lässt sich die jeweilige Eignung des Umfelds für die leitungsgebundene Wärmeversorgung bestimmen.
Es ist beabsichtigt, die im Rahmen des Konzepts geplanten KWK-Anlagen in der Vision eines „virtuellen Kraftwerkes Iserlohn“ in der Netzleitstelle der Stadtwerke Iserlohn zu einem steuerbaren Verbund zusammenzuschalten. Die bereits arbeitenden und zukünftig zu errichtenden BHKWs der Stadtwerke Iserlohn sowie Notstromaggregate und BHKWs der Stadtwerke-Kunden können dort ebenfalls integriert werden.
Das Projekt KWK-Modellkommune Iserlohn beinhaltet ein unterstützendes Kommunikationskonzept, das das Thema KWK im Allgemeinen und das Iserlohner Projekt im Besonderen in der Öffentlichkeit bekannt machen sowie Ziele und Inhalte vermitteln soll. Ein wichtiger Baustein daraus ist, das geplante Bürgerbeteiligungsmodell in Form einer Energiegenossenschaft, um möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe an einer kommunalen Energiewende zu bieten.


Hier finden Sie vertiefende Informationen zu den geplanten Maßnahmen.



Zeitverlauf
-   2012 Projektaufruf zum Wettbewerb
-   2014 Einreichung des Konzepts und Auswahl zur Modellkommune

Projektbeteiligte
-   Stadtwerke Iserlohn GmbH
-   Stadt Iserlohn

Ansprechpartner/Kontakt
Ulrike Badziura
Abteilung Umwelt- und Klimaschutz -Bereich Stadtplanung-
Rathaus II
Werner-Jacobi-Platz 12 (für Navigationsgeräte: Rathausstraße)
58636 Iserlohn
Tel: 02371/217-2925
Fax: 02371/217-4604
E-Mail: ulrike.badziura@get-your-addresses-elsewhere.iserlohn.de

Internetpräsenz
www.kwk-kommune-iserlohn.de

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