Altstadtkraft - Energie unterm Pflasterstein

Standort
Die Kleinstadt Bad Laasphe liegt im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen und ist ländlich geprägt.  Rund 14.500 Einwohner leben aktuell in den 21 Ortschaften und der Kernstadt.

Projektbeschreibung
Die Stadt hat bei dem durch das Umweltministerium NRW ausgeschriebenen Wettbewerb „KWK-Modellkommunen NRW“ erfolgreich teilgenommen. Insbesondere die Kernstadt ist geprägt von denkmalgeschützten Fachwerkhäusern, welche zunehmend in den Leerstand geraten. Grund sind u.a. die hohen Nebenkosten der Wärmeversorgung. Eine energetische Sanierung (bspw. Außenwärmedämmverbundsysteme) oder das Anbringen von Solar- und PV-Anlagen zur Kostenreduktion, sind im Denkmalschutz nur schwer umzusetzen. Ziel der KWK-Konzeption ist es somit, die rund 150 Gebäude der Altstadt mit Nahwärme kostengünstig und nachhaltig zu versorgen sowie Wohn- und Lebensqualität attraktiver zu gestalten. Bei der durch die Bürgerbeteiligung geprägten Erstellung des Konzeptes zeigte sich, dass das zukünftige Nahwärmenetz neben dem Altstadtkern auch energieintensive Einrichtungen wie eine Brauerei, eine Klinik, mehrere Hotels und ein Bettfedernhersteller sowie öffentliche Gebäude (Schule etc.) angesiedelt sind. Diese bilden die Stützpfeiler des KWK-basierten Nahwärmenetzes für die Altstadt mit einer Länge von ca. 3,5 km. Die Gesamtlänge teilt sich in zwei Netze (Nord und Süd) auf, um eine Querung des Flussbettes der Laasphe zu umgehen. So können u.a. Wärmeverluste und letztlich höhere Investitionskosten umgangen werden.

Konzept
Das Nahwärme Netz „Nord“ wird durch eine KWK-Heizzentrale (844 kWel, 873 kW therm., Laufzeit 4.200 Vh/a) in Form eines BHKWs (Biomethan) und zwei Kesseln sowie einen Pufferspeicher gespeist (Standort: Firma Treude und Metz GmbH). Für das südliche Netz wird eine Heizzentrale (550 kWel, 882 kWtherm., rund 4.700 Vh/a) am Standort der Emmaburg-Klinik errichtet. In jedem der anzuschließenden Gebäuden wird eine Übergabestation an die vorhandene Heizungsinstallation vorgenommen werden. Zur nachhaltigen Effizienzsteigerung des Wärmenetzes werden bei einzelnen Großabnehmern due vorhandenen Gaskessel belassen und in das Gesamtkonzept integriert. Geplant ist die Steuerung der BHKWs auf die „Signale des Strommarktes“, um so bei einem Stromüberschuss im Netz die Produktion zu drosseln bzw. auszuschalten. Wärmelieferung kann in diesem Fall über den Gaskessel erfolgen oder über die Wärmespeicher.

Zeitverlauf
- 2012 Projektaufruf zum Wettbewerb – Erstellung eines Grobkonzeptes
- 2013 Erarbeitung des Feinkonzept samt breiter Bürgerbeteiligung
- 2014 Einreichen des Konzeptes zum Wettbewerb - Bescheid zur Wahl als Modellkommune

Projektbeteiligte
- Stadt Bad Laasphe  
- infas enermetric Consulting GmbH

Ansprechpartner/Kontakt
Joachim Debus
Stadt Bad Laasphe - Abt. Hoch- und Tiefbau
Mühlenstr. 20
57334 Bad Laasphe
Tel.: 02752/909276
FAX: 02752/909199
E-mail: j.debus@get-your-addresses-elsewhere.bad-laasphe.de

Internetpräsenz
Stadt Bad Laasphe

Hier finden Sie das ausführliche KWK-Konzept der Stadt Bad Laasphe.