Freizeitbad BadCelona in Brilon-Alme

Standort
Das Dorf Alme ist ein Ortsteil der Stadt Brilon im Hochsauerlandkreis mit ca. 1.900 Einwohnern.

Projektbeschreibung
Im März 2012 gründete sich der Betreiberverein Freibad Alme e.V. mit dem Zweck das renovierungsbedürftige und ungeheizte Freibad im Ort als Betreiber in Eigenregie zu übernehmen und so, neben dem Erhalt gleichzeitig auch die kommunalen Kassen nachhaltig zu entlasten.
Deshalb konnte ein Konzept erarbeitet werden, die ehemals ungeheizten Schwimmbecken mit Hilfe industrieller Abwärme aus einem benachbarten Sägewerk der Firma Runge OHG zu beheizen. Zur Umsetzung des Konzeptes erfolgte die Förderung einer Wärmetransportleitung („BadCelona“) zwischen dem Sägewerk und dem Schwimmbad Alme durch das Förderprogramm progres.NRW. Die nötige Wärme wird nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung durch eine alte Dampfmaschine, ein sogenanntes Lokomobile der Firma Esterer mit >800 kW Feuerleistung, lokal erzeugt und in das Nahwärmenetz eingespeist. Die im Sägewerk anfallenden Holzabfälle werden umweltfreundlich in der Maschine verfeuert. So nutzt das Unternehmen Runge OHG die Dampfmaschine seit 1953 zur eigenen Stromerzeugung, mittlerweile in dritter Generation. Zwei Wärmetauscher kühlen die Anlage herunter und die anfallende Abwärme im Sägewerk wird über einen Plattenwärmeüberträger mit 500 kW aus dem Kühlkreis des Lokomobiles auskoppelt und über die Leitung transportiert. An der Übergabestation wird die Heizenergie wiederum über einen Wärmeüberträger ausgekoppelt und erwärmt somit das Freibad.
Als Brennstoff wird regionales Holz verwendet. Dies führt zu einer lokalen Wertschöpfung. In den Sommermonaten werden über die circa 390 Meter lange Fernwärmeleitung die Becken des “BadCelona“ beheizt. In den Wintermonaten erfolgt die Versorgung der benachbarten städtischen Mehrzweckhalle über einen zweiten Plattenwärmeüberträger (400 kW). Nur noch für die Versorgung  zu Spitzenlastzeiten wird der  vorhandene Ölkessel der Mehrzweckhalle mit in das Netz installiert. Des Weiteren wurde hierzu ein Pufferspeicher (20.000 l) neu errichtet.
Das Bürgerschaftliche Engagement im Rahmen des Projektes in Alme zeigt sich nicht nur durch die Gründung und den Betrieb des Fördervereins, sondern auch durch unkomplizierte Querungen der Transportleitungen über die Grenzen privater Grundstücke hinaus.

Energetisches Konzept
Der regionale Rohstoff Holz wird in einem ortsansässigen Sägewerk verarbeitet. Die Holzabfälle befeuern den Dampfkessel eines Lokomobiles mit einer thermischen Leistung von 250 kW. Die Abwärme wird über eine rund 390 m lange Fernwärmeleitung (Vor- u. Rücklauf – DN 80) zur Beheizung des Schwimmbades und der Mehrzweckhalle verwendet.

eingesetzte Technologie:

-    > 800 kW Feuerleistung des Dampfkessel
-    Ölkessel o. A.
-    Plattenwärmeüberträger a) 500kW b) 400 kW

Zeitverlauf
09.12.2010 Gründung des Förderverein Freibad Alme e.V. (aktuell 180 Mitglieder)
März 2012 Gründung des Betreibervereins Freibad Alme e.V.
01.01.2013 Betrieb in Eigenregie durch den Betreiberverein
20.04.2013 Baubeginn der Fernwärmeleitung

Projektbeteiligte
-    Bez.Reg. Arnsberg, Energiewende, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz
-    Förderverein Freibad Alme e.V.
-    Fachhochschule Münster - Fachbereich Energie, Gebäude und Umwelt
-    Ing. Büro Becker & Henze, im Sektor Technische Gebäudeausrüstung
-    Stadt Brilon
-    Firma Runge OHG

Ansprechpartner/Kontakt
1. Vorsitzende des Fördervereins Andrea Adams
Untere Bahnhofstrasse 30a
59929 Brilon-Alme
Tel.: 02964 969822
E-Mail: andrea-adams@get-your-addresses-elsewhere.gmx.de


Internetpräsenz
www.badcelona-alme.de