Ein Dorf steht unter Strom - Zweiter E-Mobilitätsmarkt in Hilchenbach-Grund wieder ein Erfolg


Das größte Lob kam von einem, der es wissen muss: „Sie sind hier auf einem richtig guten Weg“, sagte Herweg Hahn vom Gemeinsam Unterwegs e.V. und Mitinitiator des Dorfautos in der Gemeinde Schönstadt am Mittwoch beim zweiten E-Forum in Hilchenbach-Grund. Die lobenden Worte richteten sich an Jörg-Heiner Stein und Martin Born vom frisch gegründeten Energieverein „Aus gutem Grund“ und an die zahlreichen aktiven Helfer, Aussteller und Besucher des zweiten E-Mobilitätsmarktes.

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Auch wenn die Resonanz im Vergleich zur Premiere im vergangenen Jahr etwas geringer war – rund 250 interessierte Besucher kamen trotz Freibadwetters zur Grunder Dorfmitte, um das Thema Elektromobilität hautnah zu erleben. Wer in einem E-Auto Platz nehmen wollte, hatte dazu in rund zwei Dutzend Modellen Gelegenheit, die zahlreiche Autohändler aus der Region mit in den Hilchenbacher Stadtteil gebracht hatten. Wer mit Elektroschub die Siegerländer Hänge erradeln wollte, nutzte eines der zahlreichen E-Bikes, die kostenlos zur Probefahrt bereit standen. Die Segways entpuppten sich derweil nicht nur zu einer eleganten Alternative zu Auto oder Fahrrad, sondern boten auf dem kleinen Hindernisparcours echten Spaß für Groß und Klein. Institutionen und Organisationen – von der Stadt Hilchenbach mit ihrem Bürgerbusangebot über Elektromobilität NRW, das Pendlerportal NRW, ZWS bis zur Verbraucherzentrale – stellten sich und ihr Angebot an den Ständen vor und informierten rund ums Thema E-Mobilität unter vielfältigen Gesichtspunkten.

Die Vorstandsmitglieder des Energievereins beim E-Forum blicken auf ereignisreiche Monate zurück. Sie erinnerten anschaulich an kontroverse Diskussionen bei Dorfversammlungen, an Gespräche mit Fachleuten, Banken und Autohäusern, an Sponsorensuche, Testphasen und bürokratische Hürden. Der Erfolg allerdings ist in Grund seit einigen Tagen deutlich sichtbar: Das Dorf-E-Auto in Form einer Mercedes B-Klasse steht neben der neuen Ladesäule am Dorfgemeinschaftshaus. Dass die Grunder mit ihren bislang 15 Mitgliedern im Energieverein jetzt so richtig durchstarten, steht wohl außer Frage. Mehr noch: Ortsvorsteher Martin Born ist sicher, dass die E-Mobilität kurz vor dem „Tipping-Point – dem Umkehrpunkt“ steht und die Akzeptanz in den nächsten Jahren enorm steigen wird. Dass der kleine Stadtteil mit seinen 340 Bewohnern schon jetzt mit dabei ist, mache ihn durchaus ein wenig stolz.

Lars Ole Daub, Projektmanager „Dorf ist Energie(klug)“ der Südwestfalen Agentur und Mit-Organisator des zweiten E-Mobilitätsmarktes, zog eine mehr als zufriedenstellende Bilanz: „In den letzten eineinhalb Jahren ist hier in Grund ein Stück Energiewende ‚von unten’ gestaltet worden und dank der vielfältigen Erfahrungen ein gutes Beispiel für den Wissenstransfer zwischen den Dörfern im Bereich der nachhaltigen Mobilität. “ Darüber hinaus werde sichtbar, wie wichtig es ist, nachhaltige Mobilität ganzheitlich zu denken.

15.09.2016


16.09.2016
CJ